Platzeinweihung - Sportplatz Rümpel

Die Altliga des HSV, unter anderem mit Charly Dörfel und Harry Bähre (3. und 4., vorn) oder Willi Reimann (4. von rechts oben) spielte zur Platzeinweihung 1981 beim RSV. Der wurde damals von "Carlo" Wilkens (4. von rechts, vorn)geführt.

 

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In Rümpel wird bald wieder gefeiert

Der Verein findet demnächst sein Zuhause im Neubau des Gemeinschaftshauses

Im Juni 1993 erlebten die Sportler des Rümpeler SV einen rabenschwarzen Tag. Das war der Tag, an dem der Vereinswirt Hugo Helms die Tür seiner Kneipe zum letzten Mal abschloß. Seitdem verleben die Sportler, aber auch die übrigen Dorfbewohner, eine "kneipenfreie" Zeit. "Wir haben als Übergangslösung notdürftig die ungeheizte Sportlerbude auf dein Fußballplatz hergerichtet, um wenigstens mal zusammensitzen zu können", erzählt der frischgewählte 1. Vorsitzende Gerd Polchow dieses so, als spräche er von längst vergangenen Tagen. "Das dörfliche Leben leidet sehr darunter. Wir können keine Veranstaltungen mehr durchführen. Der Sportverein ist seitdem praktisch ohne Heimat".

Zwar hat die Übergangslösung nach wie vor Bestand, aber die Tage des Provisoriums sind schon gezählt.

Im neuen Gemeindehaus, zu dem die alte Schule ausgebaut und erweitert wurde, wird der Verein im Keller neben sechs großzügig gestalteten Umkleidekabinen und zwei Duschräumen auch einen eigenen großen Clubraum beziehen - mit Blick auf den Sportplatz. "Das meiste an diesem Bau wurde in Eigenleistung erbracht, wobei besonders die Mitglieder der Feuerwehr Enormes geleistet haben"-, erzählt Gerd Polchow nicht ohne Stolz.

Erst seit einer Woche ist er jetzt Vorsitzender des Rümpeler SV, aber schon seit über 28 Jahren Mitglied im Verein und auch noch immer aktiv dabei. Er gehört einer alten Fußballerfamilie an, die schon in der dritten Generation beim SV spielt.

Von 1930 an, dem Gründungsjahr, bis 1966 fanden die Fußballspiele noch auf einer Viehweide statt. In der ursprünglichen Satzung von 1930 ist festgehalten, dass nur männliche Mitglieder zugelassen waren. Diese Satzung wurde nach dem Krieg 1949 von den Engländern aufgehoben. Zwei Jahre später kam aber das vorläufige "Aus" für den RSV. Nach vielen Abwanderungen und Querelen ruhte der Verein bis 1963, wurde dann aber nach einer Widergründungs-Versammlung "wiederbelebt".

Ab 1966 hatten die Fußballer dann einen eigenen Platz mitten im Dorf, allerdings ohne Umkleide- oder Duschmöglichkeiten. Die gab es erst ab 1976 im Keller der Schule - an Komfort war aber nicht zu denken.

1981 wurde der Platz erneuert und mit einem großen Fußballspiel gegen die Altliga-Truppe des Hamburger SV eingeweiht. Zu der damaligen Zeit ein großes Ereignis in Rümpel. "Für so einen Dorfverein wie wir es sind, war es ein einmaliges Erlebnis", kann sich Gerd Polchow noch gut an das Spiel und das folgende Fest erinnern - aber auch an die deftige 2:11-Niederlage.

Momentan hat der Rümpeler SV zwei Herren-, eine Altliga und drei Jugendmannschaften in Eigenregie. Bereits Vierjährige spielen in der "PampersLiga" um Punkte. "Wir haben sehr rege Jugendbetreuer, die in der Schule und sogar im Kindergarten nach Nachwuchs Ausschau halten", unterstreicht der 1. Vorsitzende die Arbeit der ehrenamtlichen Betreuer und Trainer. Denn auch in Rümpel und den beiden anderen Ortsteilen Rolfshagen und Kinkel ist es immer schwieriger, jemanden für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen.

In der D, C und B-Jugend hat man gemeinsam mit Pölitz und Eichede Spielgemeinschaften ins Leben gerufen, um den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Neben den Handballern und den Keglern gibt es noch einen Gymnastikgruppe und einen wöchentlichen Lauftreff für Jedermann.

Und dann ist da natürlich noch der Festausschuß für das alljährliche Großereignis - die "Rümpeler Sportwoche" - die aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken ist und natürlich unter dem Verlust der Kneipe am meisten leidet. Denn wo soll man dieses Ereignis gebührend feiern. Und gefeiert wird viel und gerne in Rümpel.

So hofft man, diesen Höhepunkt im Vereinsjahr mit der Einweihung der neuen Räumlichkeiten in Einklang zu bringen und so auch einen großen Rahmen und natürlich wieder einen Grund zum feiern zu haben. So froh und stolz Gerd Polchow über die neuen Räumlichkeiten auch ist, hat er sich bereits neue Ziele gestellt: "Das neue Heim haben meine Vorgänger durchgesetzt. Ich habe mir vorgenommen, in meiner Amtszeit für einen zweiten Fußballplatz zu sorgen".

WOLFGANG PUSTAL (Stormarner Tageblatt - 1981)